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- Remise
Die Remise verbindet minimalistische Architektur, nachhaltige Energieversorgung und tiefe Verankerung in der Landschaft.

Im ländlichen Niedersachsen, umgeben von Feldern, alten Baumgruppen und einem historischen Pferdehof, wurde eine bestehende Remise in ein zeitgenössisches Langhaus transformiert. Der Umbau versteht sich als präzise architektonische Setzung – minimalistisch in der Form, radikal in der Materialität und konsequent nachhaltig.

Die Grundform folgt der Typologie des traditionellen Langhauses: linear, zurückhaltend und eingebettet in die Landschaft. Das neue Volumen ruht auf einem bestehenden Fundament, öffnet sich mit gezielten Blickachsen zur Weite und bleibt zur Straße hin bewusst geschlossen. Architektur wird hier zur Brücke zwischen Natur, Geschichte und Gegenwart.

Die Gestaltung lebt von radikaler Materialreduktion: Sichtbeton, sägeraues Lärchenholz, Cortenstahl und geölter Naturstein. Jedes Material bleibt roh, echt und ehrlich ablesbar – angelehnt an landwirtschaftliche Zweckbauten, jedoch in eine puristische Architektursprache übersetzt. Ergänzt durch hochwärmegedämmte Hüllen aus Holzfaser und mineralischen Materialien, eine Photovoltaikanlage mit Speicher, Geothermie und CO₂-neutrale Lüftung entsteht ein vollständig regeneratives Energiekonzept. Dachbegrünung und offene Regenwassersysteme stärken Biodiversität und Kreislaufdenken.

Innen schaffen rohe Materialien, klare Geometrien und eine gezielte Lichtführung eine stille, fast meditative Atmosphäre. Räume sind offen, aber klar zoniert, mit weiten Blickachsen, die die Natur einbeziehen. Die Remise wird zu einem Ort des Rückzugs, der Arbeit und der Konzentration – ein Haus, das Reduktion als Luxus und Nachhaltigkeit als Selbstverständnis versteht.

























